01. August 2010

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Foto-Safari: Leitfaden Teil 4

03.September 2009 von Rainer Hoffmann  
aus der Rubrik Tierfotografie

Wenn Ihnen Südafrika oder Botswana nicht nahe genug am Äquator liegen: Bitte sehr, es geht auch anders. Nach Ostafrika nämlich.

Safari Hotspots

B: Foto-Reiseziele in Ostafrika

Spätestens seit “Jenseits von Afrika” mit Robert Redford und Meryl Streep ist unser Bild von Afrika durch die endlosen Savannen und Schirmakazien Ostafrikas geprägt. Tatsächlich kommt diese Landschaft im südlichen Afrika praktisch nicht vor. Ostafrika ist tendenziell ursprünglicher und wilder als das südliche Afrika. Der Besucher sollte also ein wenig mehr Abenteurlust mitbringen. Aber keine Sorge: Im afrikanischen Busch ist es viel weniger gefährlich als auf einer deutschen Autobahn!

Die beliebtesten Safaridestinationen in Ostafrika sind die Masai Mara in Kenya und die Serengeti in Tansania. Ruanda und Uganda sind vor allem interessant, wenn Sie Gorillas und Schimpansen beobachten wollen.

Kenya

Die Masai Mara war jahrelang durch Massentourismus geprägt. Wegen der augenblicklichen politischen Situation sind die Besucherzahlen allerdings drastisch zurückgegangen. Durch die dadurch bedingten Einnahmeausfälle können die Ranger leider kaum noch bezahlt werden und die Wilderei hat drastisch zugenommen.

Typisches Safarifahrzeug in Ostafrika

Typisches Safarifahrzeug in Ostafrika. Foto: Rainer & Simone Hoffmann

Durch das Verbot, die Wege zu verlassen, hat die Attraktivität der Mara für viele Fotografen etwas gelitten. Es ist zu befürchten, dass dieses Verbot infolge der fehlenden Überwachung häufig missachtet wird. Nicht wenige Fotografen bieten den Guides gute Trinkgelder, damit sie näher an die Tiere herankommen können.

Hinsichtlich der Beobachtungs- und Fotografiermöglichkeiten ist die Masai Mara aber nach wie vor einer der absoluten Hotspots in Afrika. Wer die berühmte Überquerung des Mara Flusses durch die Gnus beobachten will, muss allerdings Glück haben. Es ist kaum vorhersagbar, wann die großen Herden im Zuge der Migration den Fluß erreichen werden. Wie kaum irgendwo sonst hat man in der Mara die Chance, Geparde zu sehen, die hier sehr an Fahrzeuge gewöhnt sind.

Tansania

Anders als Kenya ist Tansania politisch relativ stabil. Große Teile des Landes stehen als Nationalparks unter Schutz. Die berühmtesten Parks sind wohl der Selous (keine eigene Erfahrung), der Tarangire, der Ngorongoro Krater und natürlich die Serengeti.

- Tarangire Nationalpark

Der Tarangire liegt am gleichnamigen Fluss, der das ganze Jahr über Wasser führt. Daher ist der Tarangire besonders in der Trockenzeit von Juli bis Oktober interessant, da dann viele Tiere zum Fluss kommen.

Die Wege sind unbefestigt und nur mit Allradfahrzeug zu befahren. Der Zugang zum Park ist kostenpflichtig.

Neben einer Vielzahl von Gazellen und Antilopen sind es vor allem Elefanten und Giraffen, die den Park bevölkern. Aber auch Löwen und Geparden, selten Leoparden, kann man gut beobachten. Da die Besucherdichte eher gering ist, ist man meistens allein bei einer Sichtung.

Leider gibt es im Tarangire viele Tsetse Fliegen, die gerade während der Trockenzeit sehr lästig werden können. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fliegen die Schlafkrankheit übertragen, eher gering.

- Ngorongoro Krater

Die Tierdichte in dem relativ kleinen Gebiet des Ngorongoro Kraters ist überwältigend. Vor allem Gnus und Zebras, aber auch etwa 800 Hyänen und 100 Löwen finden sich hier. Elefanten sieht man eher weniger, und wenn, dann meistens einzelne Bullen und keine Herden. Dafür gibt es einen Hippo-Pool, der ganzjährig von Flußpferden genutzt wird.

Selbstfahren ist im Ngorongoro Krater nicht erlaubt. Da die Tore erst um 6.00 Uhr morgens geöffnet und um 18:00 Uhr wieder geschlossen werden, sollte man in einer der Lodges am Kraterrand absteigen. Nur so kann man sicherstellen, dass man 15 Minuten nach Öffnung der Tore im Krater ist und das beste Licht nutzen kann.

Wer möglicherweise einen Badeurlaub auf Sansibar mit ein wenig Safari kombinieren möchte macht mit dem Ngorongoro nichts falsch. Wer hier keinen Löwen sieht, sollte ernsthaft in Erwägung ziehen, im Lotto zu spielen, so gering ist die Chance. Leider wissen das auch viele andere Besucher und daher ist das Fahrzeugaufkommen spätestens ab Mittag unschön hoch.

- Serengeti

Seit Prof. Grzimeks berühmtem Film “Serengeti darf nicht sterben” ist dieser Park zum Inbegriff der afrikanischen Safari-Destinationen geworden. Die weiten Ebenen sind für uns Mitteleuropäer kaum fassbar. Die Serengeti (in der Sprache der Massai bedeuted das Wort “endloses Land”) umfasst etwa 30.000 Quadratkilometer. Etwa die Hälfte davon ist Naturschutzgebiet.

Unendliche Weiten - die Serengeti

Unendliche Weiten - die Serengeti. Foto: Rainer & Simone Hoffmann

Neben der Migration der Gnus und Zebras sind es vor allem die drei afrikanischen Großkatzen sowie eine Reihe sehr seltener Katzen wie der Serval, die Besucher anlocken. Bedingt durch die Größe des Parks und der umliegenden sogenannten Conservation Areas trifft man aber eher selten auf andere Safarigäste. Daher sind die Tiere nicht so sehr an Autos gewöhnt wie etwa in der Masai Mara und deutlich scheuer.

In den Kernbereichen des Parks dürfen die Straßen nicht verlassen werden. In den umliegenden Gebieten ist es erlaubt, sofern man ein Tier entdeckt hat. Selbstfahren dürfte für die meisten Besucher nicht in Frage kommen, da die Navigation in dem riesigen Gebiet sehr schwierig ist und die Entfernungen zwischen den Camps sehr groß sind.

Uganda und Ruanda

Wer die letzten überlebenden Berggorillas beobachten möchte, muss nach Ruanda oder Uganda fahren. Beide Länder sind touristisch wenig erschlossen. Der Zugang zu den großen Menschenaffen ist strikt limitiert und eine sehr rechtzeitige Anmeldung, am besten über einen Spezialreiseveranstalter, ist dringend zu empfehlen.

Zum Abschluß dieses Teils noch ein ganz persönliches Fazit. Meine Frau und ich haben einen klaren Favoriten wenn es um Safari-Erlebnis und Fotomöglichkeiten geht: Das Okavango Delta in Botswana.

Im 5. und letzten Teil dieser Serie werden wir uns um die Reisevorbereitung und die überlebensnotwendige Fotoausrüstung für eine Safari kümmern.

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