Überleben in der Namib: Der Nebeltrinker-Käfer
21.Januar 2009 von Viola Brandt
aus der Rubrik Aus der Natur

Nebeltrinker-Käfer (Foto: Viola Brandt)
Zahlreiche Tiere in der Wüste Namib haben sich den extremen Lebensbedingungen hervorragend angepasst. So auch der Nebeltrinker-Käfer. Er hat eine außergewöhnliche Technik entwickelt, um in der Wüste Namib zu überleben.
Am frühen Morgen steht er auf den Dünenkämmen Kopf und streckt sein Hinterteil in die vom Atlantik wehende, feuchte Luft, um die winzigen Tröpfchen Feuchtigkeit im Nebel aufzufangen. Er trägt daher auch die Bezeichnung “Kopfstand-Käfer”.
Der auf dem Rückenpanzer gesammelte Tau verschmilzt langsam zu Tropfen, die in Längsrillen über den Rücken zum Kopf bzw. Mund des Käfers hinunterlaufen. So kann er seinen Durst in der Namib Wüste löschen, in der so gut wie kein Regen fällt. Im trockensten Teil regnet es vielleicht in zehn Jahren ein einziges Mal. Der durch den Benguela-Strom verursachte Nebel an der Küste ist für viele in der Namib lebenden Tiere und Pflanzen die einzige Feuchtigkeitsquelle. Der Nebeltrinker-Käfer (Onymacris unguicularis) gehört zur Familie der Schwarzkäfer, von denen es etwa 100 verschiedene Arten gibt, und kommt endemisch in der Namib Wüste vor.

Namaqua Chamäleon (Foto: Claus Brandt)
Von der ausgetüftelten Trinktechnik profitieren auch andere Tiere. So zum Beispiel das Namaqua Chamäleon (Chamaeleo namaquensis). Das macht keinen Kopfstand, sondern verlässt sich auf seine immens schnelle Zunge. Es löscht den Durst, indem er den Nebeltrinker-Käfer frisst. Dieser ist nach der mühsamen, morgendlichen Wasseraufnahme ein regelrechter Wasserspender.


